Zuchtmanager (ZMS)

Analyse der Herdenzusammensetzung und Leistungsentwicklung
Das ZMS unterstützt den Anwender bei der Untersuchung aller vorliegenden Informationen zum Tierbestand. Darin erfolgt die komplexe Betrachtung der aktuellen und historischen Daten, ihrer Entwicklungsverläufe und Wechselbeziehungen. 

         

ANALYSE

Analyse unter Einbeziehung von

  • Abstammung, Herkunft und Standort der Tiere,
  • Laktationsverlauf bezüglich Milchleistungs- und -qualitätsentwicklung, Milchinhaltsstoffen und Zellzahl,
  • Körpermasseentwicklung,
  • Reproduktionsergebnisse und
  • Erkrankungen

ÜBERSICHTEN

In einer Betriebsübersicht kann sich der Betrachter schnell einen Überblick über die Gesamtsituation des Bestandes verschaffen. Hier zeigt das ZMS die Zusammenfassung aller Ergebnisse der Milchleistungsprüfung der letzten 24 Monate.

Aus der MLP-Übersicht der Einzeltiere besteht die Möglichkeit, sich unterschiedliche Selektionen zusammenzustellen. Diese lassen sich unter verschiedenen Namen speichern und dann bei Bedarf schnell wieder abrufen.
Sie enthalten kombinierbare Auswahl- und Sortierkriterien, nach denen der Bestand gefiltert und aufgelistet werden soll.

Umfangreiche Informationen zum jeweils ausgewählten Tier und statistische Berechnungen zur selektierten Tiergruppe unterstützen die Beurteilung der Bestandssituation und das Erkennen von Problemen in der Bewirtschaftung.

 

BEISPIELE

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MILCHMENGEN

Bewertung der Milchmengenuntersuchungsergebnisse (MLP)
Die Ergebnisse der Milchleistungsprüfung sind neben der Bewertung im Rahmen der Zuchtwertschätzung von entscheidender Bedeutung für das betriebliche Bestandsmanagement. Im ZMS wird die Bewertung der Untersuchungsergebnisse bezüglich der Entwicklung der

  • Milchmengenleistung,
  • Milchinhaltsstoffe (Fett, Eiweiß, Laktose, Harnstoff) und
  • Zellzahl

vorgenommen. Die Ergebnisse werden beim Einzeltier bis zu 24 Monate tabellarisch und grafisch dargestellt.

 

Für die Beurteilung der Herde lassen sich Bestandslaktationskurven auf der Basis eigener Definitionen erzeugen. Damit sind unterschiedliche Betrachtungen zu gruppen-, zeit-, laktations-, gesundheits- und leistungsbezogenen Einflüssen des Betriebsmanagements anzustellen.

So können Störfaktoren schnell erkannt, Ursachen für Leistungs- oder Gesundheitsdepressionen eingegrenzt und die Wirkung durchgeführter Maßnahmen kontrolliert werden. Die komplexe und zusammenhängende Betrachtung der Einzelmerkmale und ihrer Beziehungen zu Stoffwechselprozessen, Milchqualität, Körperkonditionsentwicklung, Reproduktion und Gesundheit ist eine wesentliche Leistung des ZMS und von entscheidender Bedeutung für seinen erfolgreichen Einsatz als Managementwerkzeug.

Außer der Betrachtung der MLP-Ergebnisse können mit dem ZMS die Milchgüteuntersuchungen in die Bestandsüberwachung einbezogen werden. Für Betriebe, die nicht mit HERDE oder DP 4/5 arbeiten, kann die Analyse weitgehend auf der Grundlage einer MLP-Datenübernahme vom LKV erfolgen. Aktuelle Betriebsdaten zu Standort, Gesundheit und Reproduktion fehlen dann in der Bewertung.

 

REPRODUKTIONSKONTROLLE

Hohe Lebensleistungen, lange Nutzungsdauer und stabile Reproduktion wirken positiv auf das ökonomische Ergebnis und stellen eine Grundlage für eine möglichst hohe Leistungsselektion dar.

Die Entwicklung der Fruchtbarkeit und Reproduktionsleistung hängt von mehreren Umweltfaktoren ab. In der Reproduktionsanalyse treten die Folgeerscheinungen der Haltungsbedingungen deutlich zutage. So wirken sich Stoffwechselbelastungen auf

  • das Puerperium,
  • die Ausprägung der Brunsten,
  • die Konzeptionsrate und
  • die Geburtsverläufe aus.

Durch die zusammenhängende der Betrachtung Reproduktionskennziffern mit der Stoffwechselanalyse, der Körperkonditionsentwicklung, der Auswertung der MLP-Ergebnisse und der Futterrationen lassen sich mit dem ZMS die haltungsbedingten Ursachen für Störungen der Reproduktion und Auslöserkrankheiten (Schwergeburten, Festliegen) eingrenzen.

Mittels der Parameter - Anteil nicht besamter Kühe, Zwischenbesamungszeit, Rastzeit und Trächtigkeitsrate zeigt das ZMS die Wirksamkeit der Brunstbeobachtung und den Erfolg von Besamung, veterinärmedizinischer Betreuung und Bestandsmanagement.

Aus der Zwischenkalbezeit, die sich aus bereits erfolgten Kalbungen ermittelt und der Zwischentragezeit, die den Zeitraum von der letzten Kalbung bis zur erneuten Konzeption beschreibt, lässt sich die Entwicklung der Reproduktion für die nächsten Monate prognostizieren. Damit können Engpässe in der Bestandsentwicklung frühzeitig erkannt und notwendige Entscheidungen abgeleitet werden.

 

                     

MILCHQUALITÄTSKONTROLLE

Neben der Erkennung zu erwartender ökonomischer Verluste durch verminderte Milchproduktion in Folge erhöhten Zellgehaltes weist dieser auch auf Fehler in der Haltung hin. Besonders

  • Fütterungsfehler,
  • Stallklimaprobleme,
  • Mängel an der Melktechnik,
  • Fehler beim Trockenstellen,
  • Haltungsfehler in der Trockensteh- und Transitphase und
  • Mängel bei der Integration der frischmelkenden Kühe in den laktierenden Bestand  führen zur Erhöhung des Zellgehaltes der Milch.

Häufig stehen Zellzahlerhöhungen im engen Zusammenhang mit Verzehrsdepressionen, Stoffwechselbelastungen oder Eutererkrankungen.

Mit der Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Zellzahl und Laktationsfortschritt,  Milchleistung, Harnstoffgehalt, Laktosegehalt lassen sich mit dem ZMS die Ursachen von Leistungsdepressionen besser diagnostizieren.

Die langfristige Analyse der Milchqualitätsentwicklung zeigt auch laktationsübergreifende Wirkungen von unphysiologischen Zuständen.

ERNÄHRUNGSZUSTAND

Genaue Kenntnis des Ernährungszustandes ist die Grundlage richtigen Fütterungs- und Gruppenmanagements.Mit steigenden Leistungen wachsen auch die Anforderungen der Kühe an die Versorgung mit Nährstoffen. Die leistungsgerechte Energieversorgung steht einer wiederkäuergerechten Rohfaserversorgung antagonistisch gegenüber. Alle Schwankungen der Nährstoffaufnahme wirken sich schnell und nachhaltig auf die Leistungsbereitschaft und Gesundheit der Tiere aus.

Da der Ernährungszustand und die Stoffwechselsituation unter praktischen Bedingungen nicht direkt messbar sind, bedient sich das ZMS einer Reihe von Parametern:

  • des Laktationsfortschrittes,
  • der Milchleistungsentwicklung und
  • der Milchinhaltsstoffbestimmung,

um die Ernährungslage möglichst genau einschätzen zu können.  Die zeitliche Verfolgung auftretender Stoffwechselstörungen zeigt laktationsübergreifende Wirkungen von Fehlern der Fütterung.

Aus der Kenntnis der Wechselbeziehung zwischen Energie- und Eiweißbedarf, Laktation, Reproduktion, Körpermasseentwicklung und der Futteraufnahme lassen sich mit dem ZMS Entscheidungen zu Leistungsgruppenbildung, Tierumstellung und Futtereinsatz ableiten und ihre Wirksamkeit kontrollieren.

Die Einbeziehung der Futterbewertung und exakter Rationsberechnung und Futtereinsatzplanung, wie sie das Programm Futter-R ermöglicht, sind elementare Voraussetzungen für das Fütterungsmanagement von Hochleistungskühen.
 
 

BEWERTUNG

Zur Deckung des natürlichen Energiedefizits zum Laktationbeginn erfolgt die Mobilisierung von Körperfett (Lypolyse). Dieser Zustand sollte etwa zum 100. Laktationstag durch das Erreichen einer ausgeglichenen Energiebilanz (Energieaufnahme : -verbrauch) beendet sein. Im letzten Laktationsdrittel sollen die Körperreserven wieder aufgefüllt werden. Dabei darf keine Verfettung der Tiere eintreten.

Der Lebendmasse-Energiezyklus lässt sich mit dem ZMS gut überwachen. Die Beurteilung der Körperkondition ist ein Mittel zur zielgerichteten Steuerung der leistungsgerechten Fütterung. Sie kann mittels Rückenfettdickenmessung (RFD) oder Body Condition Score (BCS) erfolgen.

Je nach verwendeter Methode lassen sich die Werte im ZMS erfassen. Sie werden auf das Einzeltier bezogen im Zusammenhang mit der Laktationskurve dargestellt. Bei der Bildung von Bestandslaktationskurven erscheint die Körperkonditionskurve , sofern Ergebnisse der Bewertung vorliegen.

In der BCS-Analyse zeigt das ZMS eine Trendlinie , die sich aus dem Durchschnitt der Ergebnisse der Bewertung ergibt. Liegen mehrere Bewertungen vor, kann man daraus eine Übersicht über die durchschnittliche Lebendmasseentwicklung im Bestand ableiten. Sollte die Konditionsbeurteilung nur bei einigen Tieren stattfinden, ist darauf zu achten, dass die Stichproben zufällig ausgewählt werden und repräsentativ sind.

Bei Gruppenhaltung kann die Körpernote ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Gestaltung der Fütterung und die Umstellung der Tiere zwischen den Gruppen sein.

SELEKTION / ANPAARUNG

In der Produktionskontrolle von Milchviehbeständen spielt die Verfolgung züchterischer Aspekte eine große Rolle. Neben den Laktationsdaten zeigt das ZMS auch die

  • Lebensleistungen (LL ),
  • Durchschnittsleistungen (DL) und
  • Zuchtwerte (ZW)

der Kühe als wichtige Parameter zur ökonomischen und züchterischen Bewertung an.

Das ZMS stellt zu den Tieren die Abstammungsdaten der männlichen und weiblichen Linie bis zur dritten Vorfahrengeneration dar. Interessant ist dabei die Auswahl aller Nachkommen eines Tieres mit Klick auf die entsprechende Kartei. Diese Selektion ist sowohl für männliche als auch für weibliche Vorfahren möglich. Sie stellt die Nachkommen im eigenen Bestand zusammen und zeigt bereits vorhandene Leistungen und Zuchtwerte.

Mit der Tierauswahl können Gruppen nach züchterisch bedeutsamen Merkmalen zusammengestellt werden. Dabei sind die Bedingungen sowohl auf Tiere des Bestandes als auch deren Eltern anzuwenden. Aus dem Gesamtbestand wird unter Berücksichtigung aller eingegebenen Grenzwerte eine Tierliste zusammengestellt. Sie zeigt die Tierdaten, Zuchtwerte der Eltern, Zuchtwerte angepaarter Bullen und Abstammungsdaten.

 

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